Albinismus in Afrika

Hohes Hautkrebsrisiko bei Menschen mit Albinismus in Afrika – Support Ulm e.V. finanziert Beratungs- und Behandlungseinrichtung für Betroffene in Otavi (Nordnamibia).

Albinismus ist ein Sammelbegriff für eine angeborene Störung der Biosynthese der Hautpigmente mit einer daraus resultierenden hellen Haut-, Haar- und Augenfarbe. Die Pigmentstörung wird vererbt und tritt weltweit betrachtet mit einer Häufigkeit von 1:20.000 auf. Wenn beide Eltern Träger des Gendefektes sind beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind erkrankt 25 %.

Eine Mutter wird mit ihrem Kleinkind das an Albinismus leidet im Albino Corner des Otavi Health Center vorstellig

Eine Mutter wird mit ihrem Kleinkind das an Albinismus leidet im Albino Corner des Otavi Health Center vorstellig

Neben einem eingeschränkten Sehvermögen weisen Menschen mit Albinismus eine gegenüber UV-Strahlung besonders empfindliche Haut auf und bekommen leichter Sonnenbrand. Durch die fehlende oder hochgradig reduzierte Bildung von Melanin besteht darüber hinaus ein extrem erhöhtes Hautkrebsrisiko. Dies trifft vor allem dann zu wenn die Betroffenen in geographischen Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung leben, wie z.B. in afrikanischen Ländern. Leider tritt Albinismus in diesen Ländern besonders häufig auf. Entsprechend liegt die Inzidenz (Häufigkeit) in Afrika nach derzeitigen Schätzungen bei 1: 4000 also ca. 5 mal höher als im Weltdurchschnitt. In Namibia geht man sogar davon aus, dass eines von 3000 Neugeborenen an Albinismus leidet.

Eine junge Familie mit einem an Albinismus leidenden Kind nach Empfang gespendeter Sonnencreme

Eine junge Familie mit einem an Albinismus leidenden Kind nach Empfang gespendeter Sonnencreme

Eine Behandlung dieser Erbkrankheit ist bislang nicht möglich. Im Vordergrund medizinischer Maßnahmen stehen Aufklärung und Beratung der betroffenen Personen und vor allem die Prävention von Sonnenbrand und damit letztendlich von Hautkrebserkrankungen durch wirksame Sonnenschutzmaßnahmen.
Support e.V. hat in der Kleinstadt Otavi in Nordnamibia eine Beratungs- und Behandlungsstelle für an Albinismus erkrankte Menschen aufgebaut. Die Einrichtung ist im kürzlich eröffneten Otavi Health Center untergebracht. Im sogenannten Albino Corner erhalten die von Albinismus betroffenen Namibianer neben einer gründlichen Präventionsberatung kostenlos Sonnenschutzcreme, Sonnenbrillen sowie spezielle Sonnenschutzbekleidung die der Ulmer Verein in einer kleinen Textilfirma vor Ort herstellen lässt.

Besonders kostenintensiv bei hohem Bedarf ist die Bereitstellung von Sonnencreme. Erfreulicherweise konnte Support e.V. dank großzügiger Spenden diesbezüglich einen wichtigen Beitrag für die Versorgung der betroffenen Namibianer leisten: So stellte der Inhaber der Ulmer Hirsch Apotheke, Herr Dr. Benz, 500 Tuben hochwertige Sonnencreme im Wert von 2500 Euro zur Verfügung. Seitens der Bundeswehr wurden weitere 2000 Tuben Sonnencreme im Rahmen der humanitären Hilfe bereitgestellt. So konnten ca. 125 kg Sonnencreme im Wert von ca. 7.500 Euro Anfang August 2010 in Otavi übergeben werden. Für die Anschaffung von Sonnenschutzbekleidung und Sonnenbrillen wurden weitere 6000 Euro bereitgestellt

Wie alle Menschen die andersartig sind haben Menschen mit Albinismus ein erhöhtes Risiko ausgegrenzt und diskriminiert zu werden. Die trifft vor allem innerhalb dunkelhäutiger Populationen zu, bei denen dieser Unterschied deutlich augenfälliger wird. In diesen Ländern werden Betroffene häufig mit absurden Vorurteilen konfrontiert. Einerseits stehen sie in Verruf Unglück zu bringen. Andererseits ist in jüngster Zeit in einigen afrikanischen Ländern der Aberglaube aufgekommen, dass sie über Wunderkräfte verfügen. Dies führte dazu das Albinos getötet wurden um aus ihren Körperteilen „Zaubermittel“ herzustellen, die zu sexueller Potenz und Reichtum verhelfen sollen. Die absurde Vorstellung, dass Geschlechtsverkehr mit Albinos eine HIV-Infektion zu heilen vermag, führt immer wieder zur Vergewaltigung von betroffenen Frauen und Kindern.

An Albinismus leidendes Mädchen im Kreise seiner Klassenkameraden nach Aufklärungsunterricht über das Krankheitsbild

An Albinismus leidendes Mädchen im Kreise seiner Klassenkameraden nach Aufklärungsunterricht über das Krankheitsbild

Support Ulm e.V. möchte mit der Einrichtung der Beratungs- und Behandlungsstelle in Otavi einen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation der von Albinismus betroffenen Menschen in Nordnamibia leisten. Ziel ist es einerseits in Zusammenarbeit mit den dortigen staatlichen Gesundheitsbehörden die Inzidenz an Hautkrebserkrankungen zu senken. Andererseits möchte der Verein hierzulande auf besondere Situation von Albinos auf dem schwarzen Kontinent hinweisen und die Bevölkerung zur Unterstützung dieser Menschen aufrufen.

Neben Geldspenden sind Sachspenden, wie z.B. Sonnenbrillen und Sonnenschutzcreme (Lichtschutzfaktor 30) willkommen.

Wer wir sind

Support Ulm e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Medizin in der 3. Welt zu unterstützen.

Der Verein wurde auf Initiative von Prof. Dr. Heinz Maier und von Ulmer Bürgern ganz unterschiedlicher Berufsgruppen gegründet und feierte 2015 sein 10-jähriges Bestehen.

BMGrusswort

Vorstand:

  • Prof. Dr. Heinz Maier, Vorsitzender
  • Jürgen Dangel
  • Prof. Dr. Matthias Tisch
  • Roland Stiehle

Beirat:

  • Wally Czernakowski
  • Gerhard Hirth
  • Hans Layer
  • Ekhard Maus
  • Prof. Dr. Siegfried Rübenacker
  • Hans-Erich Schilling
  • Burkhardt Schöffner
  • Dr. Erwin Störrle
helfen sie! jetzt spenden

Was wir leisten

IMG_0869Was wir tun

Die medizinische Versorgung der Menschen in der 3. Welt vor allem in Krisen- und Kriegsgebieten, ist nach wie vor völlig mangelhaft und schwierig.

Support Ulm e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausgewählte, klar beschriebene medizinische Projekte durch Geld- und Sachspenden nachvollziehbar zu unterstützen.

Support gibt Ihnen die Chance, gezielt humanitäre Hilfe zu leisten, die ankommt und nachvollziehbar wirkt.

Wie wir unsere Ziele umsetzeneinrichtung-balkh

Support Ulm e.V. sammelt aktiv Spenden und richtet für jedes Projekt ein Spendenkonto ein. Der Verein veranstaltet Wohltätigkeitsveranstaltungen im Großraum Ulm, deren Reinerlös direkt einem Projekt zufließt.

Um zu gewährleisten, dass die Spendengelder tatsächlich dem gewünschten Zweck zugeführt werden, werden ausschließlich Projekte unterstützt, die von staatlichen Einrichtungen im Empfängerland getragen werden.

Bevorzugt gefördert werden Projekte im Krisengebiet, in denen deutsche Hilfsorganisationen oder die deutsche Bundesrepublik direkt vor Ort unterstützend tätig sind. So ist eine bessere Kontrolle über die tatsächliche Verwendung unserer Spenden möglich.

Spendenformular

Support Ulm e. V. freut sich über jede Spende und sichert eine verantwortungsvolle Verwendung im Sinne der Vereinssatzung und der Vereinsprinzipien zu.

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